Sonntag, 17. April 2016

Rezension "Die Tochter des Medicus"

"Die Tochter des Medicus"

Autor: Gerit Bertram

Preis: 14,99 Euro

Verlag: Blanvalet

Inhalt: Das Schicksal einer Frau wird zum Vermächtnis einer ganzen Familie ...Als Gideon Morgenstern in Regensburg das Erbe seines Großvaters antritt, ahnt er nicht, dass der Koffer, den der alte Mann ihm vermacht hat, sein Leben für immer verändern wird. Gideon, der stets gegen die Traditionen aufbegehrte und als Einziger in der Familie nicht Arzt wurde, entdeckt plötzlich die tragischen Zeugnisse einer längst verschwundenen Welt: alte Fotografien, ein Hochzeitsgewand und vor allem eine uralte Holztruhe. Diese gehörte Daniel Friedman, einem jüdischen Arzt, der 1519 in Regensburg bei einem Pogrom ermordet wurde. Als einzige Überlebende nahm seine Tochter Alisah den Medizinkoffer an sich und führte sein Handwerk fort. Doch als jüdische Frau war es nicht nur gefährlich, sondern auch verboten, als Ärztin tätig zu sein...

Fazit: Da es sich hier nicht um meinen ersten historischen Roman handelt, hatte ich natürlich gleich von Anfang an, eine gewisse Erwartung. Ich wollte unterhalten werden und gleichzeitig lernen. Entgegen meiner Erwartung, die durch Gideons langweiliges Leben etwas gedämpft wurden, habe ich mich sofort in die Geschichte verliebt. Ich habe Alishas Erzählungen kaum aus der Hand legen können und ihr Schicksal hat mich unglaublich fasziniert. Ich finde die Beschreibung der Geschehnisse wirklich gut und zeitgetreu, sodass man während des Lesens das Gefühl hat, quasi neben ihr herzulaufen und alles mitzuerleben. Auch was das Lernen betraf, bin ich vollkommen zufrieden. Ich habe mich noch nie so mit dem Judentum beschäftigt und muss nach diesem Buch zugeben, dass ich diese Religion in vielerlei Hinsicht ehrlicher finde, als meine eigene. Die Beschreibung von Alishas Erlebnissen macht einen im Hinblick auf die Ereignisse der Vergangenheit unglaublich wütend. Dass ein einfacher Roman so viele Gefühle hervorrufen kann, spricht nur für seine Qualität.

Der einzige Punkt, den ich nicht so gut fand, war das die Gefühle bei Gideon und auch bei Paula sehr einfach und steif beschrieben werden. Ich hätte mir gewünscht genauso in ihre Welt mit hineingezogen zu werden, was leider nicht passiert ist. Nichtsdestotrotz würde ich das Buch weiterempfehlen, wenn auch eher denen, die an dem Thema interessiert sind oder einen ersten Schritt in dieses Genre wagen wollen.

4/5

PS: Ich danke nochmal herzlich dem Bloggerportal und dem Blanvalet-Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar! :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen