Sonntag, 19. Juni 2016

Die Jugend von heute, ließt doch sowieso nicht mehr...

Mein Lehrer hat sich für unseren letzten Schultag, einen kleinen Bücherflohmarkt überlegt, wo jeder ein Buch mitbringen soll, dass er den anderen empfehlen möchte. Die Botschaft dahinter ist natürlich eine ganz andere: Leute, lest mehr Bücher! 
Ich gebe klar zu, dass es in meiner Klasse sowie in meinem Freundeskreis und in meiner Familie, Menschen gibt, die niemals freiwillig ein Buch in die Hand nehmen würden. Entweder, weil sie darin keinen Sinn sehen, oder aber lieber ihre Freizeit anders gestalten.  
Das ist auch jedem selbst überlassen und ich will keinen deshalb kritisieren. Aber gerade deswegen hagelt es dann oft Kommentare, von der älteren Generation oder den Medien: "Die jungen Leute legen keinen Wert mehr auf Bücher." und "Alle nur noch Medienabhängig. Die kennen gute Literatur doch gar nicht mehr." 
Und jetzt mal ganz im Ernst? Wieso stellen sich so viele Erwachsene, unsere Jugend nur noch so vor? 

 
Allein in meiner Klasse liest ein Großteil regelmäßig Bücher und darunter auch Jungen. Und die Zahl übersteigt die der Lesemuffel um einiges. Trotzdem werden wir die Smartphone-Generation genannt und Wörter wie Smombie erhalten Einzug in die Wörterbücher. Gut, auch ich besitze ein Smartphone, jedoch beschränken sich meine Handlungen auf Instagram, WhatsApp und eventuell am Wochenende YouTube.
Bin ich deswegen auch ein Smombie? Den Großteil meiner Zeit verbringe ich nämlich lesend. Und nicht nur ich, dass könnt ihr mir glauben.

Jetzt stellt sich die Frage, warum wird noch gemeckert, wo doch klar ist, dass sehr viele Leute lesen? Kritiker werfen jetzt ein: "Diese Bücher haben doch überhaupt nichts mehr mit Literatur zu tun." Aber ist das wirklich so? Was macht "gute Literatur" aus? Muss eine Geschichte erst hundert Jahre alt sein um als vernünftig zu gelten? Ich denke, dass sich jedes Buch, mit Stolz Buch nennen darf, wenn jemand daran mit seiner Seele und seinem Herzblut gearbeitet hat, ein wunderschöner kleiner Embryo entstanden ist und dieser zu einem Baby aufgezogen wird. All die Leute, die dieses Baby, dann in ein Kind verwandeln, bis sie später als Erwachsene Ausgabe in einem Regal stehen und auf ihre Mutter oder ihren Vater warten um nach Hause ins traute Heim gebracht zu werden.
Wenn jemand all seine Liebe in ein Werk steckt, dann ist dieses Buch doch würdige Literatur.

Ein Zitat aus "Ferne Ufer" von Diana Gabaldon besagt: "Das Schreiben von Romanen ist eine kanibalistische Kunst, in der man Eigenschaften von Freunden und Feinden miteinander vermengt, diese Mischung mit Phantasie würzt und daraus anschließend ein schmackhaftes Werk bereitet." Und diese Sturktur hat sich in den letzten Jahrhunderten nicht wirklich verändert. Nur weil man sich vielleicht in andere Themengebiete vorwagt, heißt das noch lange nicht, das die Bücher deshalb weniger Bücher sind.

Interessanter Weise, gibt es aber auch eine ganz andere Seite. Heute morgen beim Brötchen holen, stand in der allgemeinbekannten "Bild-Zeitung" ein Artikel darüber, ob den Kindern die Zukunft verbaut wird, weil mehr zu Büchern tendiert wird. In dem Artikel "Goethe statt Google" hieß es, dass in anderen Ländern teilweise in der Vorschule schon mit PC unterrichtet wird und Dinge wie Programmieren als feste Fächer im Lehrplan verankert sind und den Kindern so in unserer digitalisierten Welt, einen guten Start ins Berufsleben geben.
Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich das ziemlich unsinnig. Man sollte zwar Kenntnisse in Bereich Medien und Technologie besitzen, aber meine Eltern haben es ohne IPads und solchen Kram durch die Schule geschafft, also bin ich auch in der Lage mein Wissen ohne flackernde Displays zu erweitern.

Es entsteht also eine große Kluft und egal auf welcher Höhe man ist - ob rechts, links oder in der Mitte - irgendwer meckert immer. Ich bleibe dabei, dass ich gerne und viel lese und für die Schule nicht zwangsläufig digitale Medien brauche.

Wenn ihr anderer Meinung seid oder noch etwas hinzufügen wollt, dann lasst mir doch gerne einen Kommentar da! :) 
 

1 Kommentar:

  1. Oh ja das nervt, das wir alle in den selben Topf geschmissen werden. Und wir als Handy abhängig bezeichnet werden und sonstiges. Nur, weil nicht alle lesen heißt das nicht gleich, dass wir dumm sind. Außerdem lesen viele. Und nicht alle, die nicht lesen sitzen gleich am Handy! Es gibt wirklich viele, die stattdessen dann Sport oder so machen. Oder zeichnen. Und zeichnen macht ja wahrscheinlich genauso wenig wie Sport dumm. Das dann gleuh alle meinen müssen, dass wir deswegen dumm sind ist echt schrecklich!

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