Mittwoch, 30. November 2016

Leider durchgefallen

Wer kennt es nicht? Ein neues Buch bezieht Platz in den heimischen Regalen und man freut sich tierisch darauf, es zu lesen...😍
Aber während man liest, stellt man fest, dass es immer schlechter wird und einem entgegen aller Erwartungen überhaupt nicht gefällt.
Was tun? Weiterlesen und eine Chance geben? Abbrechen und in die hinter letzte Ecke stopfen?
Schwierig, schwierig. 😥
Und ist es dann überhaupt okay, wenn ich anderen sage, dass ich es nicht gut finde? Was wenn es ein Rezensionsexemplar ist? Darf ich dann Kritik ausüben? 

Abbrechen oder eine Chance geben?
Grundsätzlich breche ich ein Buch niemals ab, da dass für mich irgendwie gegen einen Kodex verstößt – ihr wisst schon, der geheime Man-darf-ein-Buch-auf-keinen-Fall-abbrechen“- Kodex 😀
Allerdings sehe ich durchaus ein, dass manche Bücher derart schlecht sind, dass man nicht anders kann, als abzubrechen, da sonst das Leseerlebnis als solches komplett zerstört wird.
Was ist aber nun wenn es ein Rezensionsexemplar ist?
Auch da ist es kein Problem wenn man mit dem Buch unzufrieden ist, auch Kritik ist vollkommen in Ordnung, denn darum geht es bei einer Rezension immerhin: Seine Meinung mit anderen teilen – und im Umkehrschluss kann das sogar bei schlechter Kritik noch mehr Aufmerksamkeit für ein Buch bedeuten. So ist das doch immer. Seit Roms „Brot und Spiele“ vorbei sind, geifern alle nach anderen Untaten, über die sie sich das Maul zerreißen können.😂 Und schlechte Literatur steht da bei mir schon ganz oben!

Ob jetzt gute oder schlechte Bewertung, so oder so kann man nicht mehr ändern, dass Buch in der Hand gehabt zu haben und sollte sich deswegen nicht noch wochenlang danach über diesen „Fehlkauf“ beschweren. Seht es positiv – wenn es mal um schlechte Literatur gehen sollte, dann könnt ihr sagen: „Also Kinder, damals habe ich mal ein Buch gelesen, dass haben sie vermutlich von den Scherzartikeln aus versehentlich in der Buchhandlung landen lassen.“ Und dann beginnt das fröhliche Lästern... 💪🙈


Alle finden es gut, aber ich nicht?
Oh ja, dass kennt vermutlich auch jeder...
Da gibt es den heftigsten Hype um ein Buch und ihr seid so: „OMG, das muss ich haben!!!“, kauft es euch, lest es und fragt euch dann, wie euer Hirn einen derartigen Aussetzer haben konnte – Habe ich mir die Beschreibung überhaupt mal angesehen? Tschüssss Niveau und Geld.

Ich muss sagen, es ist echt schwierig Kritik an einem recht beliebten Buch zu üben, denn dann kommen gleich alle und wollen wissen, wer dich bitte hat fallen lassen, als du klein warst und warum bitte, du dieses Buch nicht genauso abgöttisch liebst wie sie.

„Sorry, du Model (darf man das überhaupt noch sagen? Meine jüngere Schwester klärte mich heute auf, dass das sowas von out ist) ich bin halt nicht so mainstream (wieso gibt es keine deutschen Wörter, die diese Bedeutung haben?) und mache dir alles nach.“🙌
Ganz nach dem Motto, wer nicht will der hat schon. Kritik kann jeder mal gebrauchen und auch das gehypteste Buch kann man wieder ein bisschen auf den Teppich kommen.😅

Woran mache ich meine Kritik fest?
Ganz einfach: Moral ist für mich ziemlich wichtig. Jetzt nicht so Kirchenmoral oder so, aber wenn mir ein Buch zum Beispiel vermittelt, dass es okay ist Menschen das Leben zu nehmen um sie von ihren Leiden zu erlösen – ohne sie dabei um „Erlaubnis“ zu fragen, dann bin ich raus. Das hat für mich nichts mehr mit Realität zu tun, sondern widert mich nur noch an.

Auch die Handlung finde ich extrem wichtig. Nicht das es einzigartig oder besonders fantasievoll ist, sondern dass es einfach in den Kontext passt. Wenn man vorher die ganze Zeit eine Seite vertreten hat, sollte man nicht auf die letzten Seiten plötzlich die Stellung wechseln.

Der Stil sollte natürlich angemessen sein und je nach Genre den nötigen Charme, Humor oder gute Spannung ausdrücken. Ich möchte von einem Buch begeistert und mitgerissen werden, nicht eine genaue Analyse der Zustände haben. Und ich brauche auch keine dreißig Seiten Umgebungsbeschreibung – Entschuldigen Sie Mr. Tolkien, aber sonst sind Ihre Bücher wirklich der Hammer!😇

Was kann ich abschließend sagen? Natürlich hat man immer wieder mal ein solches Exemplar in den Händen und wenn es einem den Spaß am lesen nimmt, dann sollte man es wirklich weglegen.
Aber wenn ich überlege in welchem Verhältnis die schlechten Bücher zu den guten stehen, dann denke ich, kann man das schon mal verkraften.

Schreibt mir doch mal Bücher in die Kommentare, die ihr wirklich schrecklich fandet und warum!🙇

Kommentare:

  1. Ich fand wirklich schrecklich als Buch Margos Spuren. Den Film mochte ich aber 😊

    AntwortenLöschen
  2. Ich mag diesen Beitrag, Alex.
    Wenn auch nicht oft, kommt es doch schon mal vor, dass sich meine Begeisterung für ein Buch schwer in Grenzen hält...selbst dann, wenn andere es lieben. Sich dann zu motivieren, es auszulesen, ist manchmal gar nicht so einfach vom Rezensieren fange ich gar nicht erst an.
    Was mir jedoch aufgefallen ist: auch unterschiedliche Meinungen geben einen guten Ausgangspunkt, um sich über ein Buch auszutauschen. Und bei dem einen oder anderen Buch ist es mir sogar schon passiert, dass andere LeserInnen, die es noch nicht gelesen haben, das Buch gerade wegen dieser unterschiedlichen Meinungen zu lesen, um sich eine eigene zu bilden.
    Wenn man die Flop gegen die gern gelesenen Bücher stellt, ist es (bei mir jedenfalls) ein geringer Anteil und irgendwie gehören sie auch dazu, einfach damit man sich dann wieder begeistern kann. ;-)
    Liebe Grüße, Hibi

    AntwortenLöschen