Mittwoch, 6. Dezember 2017

Rezension "Nur noch ein einziges Mal"

Titel: Nur noch ein einziges Mal
Autorin: Colleen Hoover
Preis: 14,95 Euro
Verlag: dtv
Seitenzahl: 416 Seiten

Inhalt: Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …
Fazit: Die nackte Wahrheit? Ich bin überfordert.
Zunächst war ich total genervt. Ich fand die Protagonistin Lily zwar recht sympathisch auf ihre Art und Weise, aber gleichzeitig hat sich mich auch tierisch aufgeregt. Wieder eines von diesen „Eine Sexbombe, von einem Typen? Ich will Sex mit ihm, egal welche Konsequenzen das hat.“ - Mädchen.
Völlig blind hat sie sich in einen Mann verguckt, der dazu moralisch nicht mal wirklich gut aufgestellt ist. Weil er gut aussieht und weil er offen zu ihr ist, findet sie ihn gleich anziehend. Gähn. Schon hundert mal gehört den Mist.
Der Stil hat mir allerdings sehr gut gefallen und ebenso die Briefe an die liebe Ellen, die ihr vielleicht aus ihrer amerikanischen TV-Show kennt! Dort wurden ehrliche und nachvollziehbare Gefühle beschrieben, von einem Mädchen, wie ich sie täglich an unserer Schule sehe. Ein wenig schüchtern, aber unglaublich lieb und hilfsbereit. Irgendwie echt eben.
Ich will keinesfalls über eine derartige Situation oder Beziehung urteilen. Das steht mir nicht zu und ich habe so etwas noch nie erlebt. Aber ich habe es als ziemlich heftig eingeschätzt. In Anbetracht ihrer Vergangenheit habe ich dann allerdings ein leichtes Unbehagen in meinem Bauch gefühlt.
Wie kann eine Frau, dasselbe erdulden, was sie jahrelang an ihrer Mutter mitansehen musste?
Ich fand es nach und nach schwierig die Glaubwürdigkeit der Situation aufrecht zu erhalten.
Ryle war mir zwar von Anfang an unsympathisch, weil ich die Art Mann ganz und gar nicht leiden kann, aber mit jeder Seite, habe ich begonnen, ihn ein wenig mehr zu hassen.
Ich finde ein gewisses Maß an Eifersucht ist sexy an Männern, aber dem guten Ryle hätte ich die Finger gebrochen, wenn er mir derart um die Ecke gekommen wäre.
Nichts für ungut, aber ich halte mal absolut nichts davon.
Stärkere, die sich an Schwächeren vergreifen, sind so was von auf meiner schwarzen Liste.
Aber da die liebe Colleen das wohl beabsichtig hat, honoriere ich ihr Talent, Gefühle in dem Leser hervorzurufen.
Ab einem gewissen Punkt hat mir das Buch sehr, sehr gut gefallen. Endlich kam ich gefühlstechnisch wieder mit und konnte mich auf die Situation einlassen.
Die Wandlung die Lily und vor allem auch ihre Mutter zum Ende gemacht haben, hat mir daher sehr zugesagt.

Und nun das Sahnehäubchen.
Liebe Colleen,
ich war absolut entsetzt, als ich verstanden habe, von wem das Nachwort kam. Erst dachte ich Lily schreibt erneut, aber nein. Es warst du.
Ich war wie erstarrt und habe mich gefragt, wie du es fertig gebracht hast, dieses Buch zu schreiben.
Wirklich. Es ist unglaublich, dass du dich hinsetzt und dazu schreiben kannst.
Du musst schon wirklich eine großartige Frau sein.
Ich muss zugeben, dass ich bei deinem Nachwort weinen musste. Die ganze Zeit kam keine Träne, aber dein Nachwort hat getroffen.
Ich wünsche dir alles Glück der Welt und danke dir für ein Buch, dass vielleicht vielen Frauen helfen wird.

Trotz dessen war ich leider nicht so ganz angetan und fand es schade, dass es mir erst ab der Hälfte zugesagt hat. Ich ziehe die Punkte lediglich ab, weil es meine Meinung zur ersten Hälfte ist. Keineswegs um die Arbeit herabzuwürdigen.

3/5

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