Sonntag, 4. März 2018

Rezension "Die Gabe


Titel: Die Gabe 
Autorin: Naomi Alderman 
Preis: 16,99 Euro 
Verlag: Heyne 
Seitenzahl: 461 Seiten

Inhalt: Es sind scheinbar gewöhnliche Alltagsszenen: ein nigerianisches Mädchen am Pool. Die Tochter einer Londoner Gangsterfamilie. Eine US-amerikanische Politikerin. Doch sie alle verbindet ein Geheimnis: Von heute auf morgen haben Frauen weltweit die Gabe – sie können mit ihren Händen starke elektrische Stromstöße aussenden. Ein Ereignis, das die Machtverhältnisse und das Zusammenleben aller Menschen unaufhaltsam, unwiederbringlich und auf schmerzvolle Weise verändern wird.
Fazit: Eine Welt in der die Frauen herrschen und die Männer ihrer Gnade ausgeliefert sind? Klingt auf den ersten Moment doch gar nicht so schlecht, oder?
Mich hatte die Idee richtig fasziniert. Ich glaube nicht, dass ich das so schon mal irgendwo gelesen oder gesehen habe. Anmerkung übrigens: Ich wäre begeistert, wenn das Buch verfilmt werden würde! 
Jeder von uns Mädchen und Frauen hat bestimmt schon mal drüber nachgedacht. Was wäre, wenn wir das stärkere Geschlecht wären? Wenn wir die Regierungen den Welt führen würden? 
Als ich dann aber dieses Buch gelesen habe, wurde mich klar, warum es niemals eine Macht geben könnte, die nur ein Geschlecht innehat. 
Im Grunde hat es mich nicht überrascht, was hier passiert ist. Frauen die Generationen unterdrückt, verletzt, missbraucht und ihrer Würde entledigt wurden, haben mit voller Kraft zurück geschlagen. Ich würde auch Genugtuung fordern, wenn ich eine indische Frau wäre, die jahrelang misshandelt wurde. 
Und all diese Szenen sind wahr. Nur das jetzt gerade Frauen von Männern so behandelt werden. Es gibt euch heute noch Länder in denen mit Frauen gehandelt wird, in denen sie verstümmelt werden, nur weil es den Männern Spaß macht. Das ich diesen Text hier schreiben darf ist ein Privileg, denn woanders bräuchte ich mir das gar nicht mal vorstellen. 
Die Art und Weise wie die Geschichte aufgebaut wurde, fand ich sehr gut gestaltet. Auch die Bibelbezüge fand ich okay, denn das ist immer das Erste an dem die Menschen festhalten, wenn eine Katastrophe sie zu überrollen droht. Gott. 
Allies Wortgewandtheit hat einen definitv mitgerissen und auch die anderen Protagonisten fand ich durchaus realistisch gestaltet. Am meisten mochte ich Roxy, die auf ihre ganz eigene Art stark sein muss. 
Den Stil fand ich jedoch etwas anstregend und zu Anfang musste ich wirklich ein wenig rätseln, wer wie was zu sagen hat und welche Rolle er in dem Geschehen einnimmt.
Für meinen Geschmack waren es auch zuviel Sex und Vergewaltigungen, die das Geschehen ab und an in den Hintergrund drängten und mich nur den Kopf schütteln ließen.
Ich glaube, dass es niemals nur ein Geschlecht geben kann, dass über das andere herrscht, denn das schürrt Hass und würde niemals zu Frieden führen. Generell ist es doch Schwachsinn, von  dem "stärkeren" Geschlecht zu sprechen. Jeder hat seine Vor- und Nachteile und das hat dieses Buch klar aufgezeigt. Mir hat die Geschichte sehr gefallen und ich würde mich auf eine Verfilmung riesig freuen, allerdings war der Stil doch ein wenig zu anstregend zu lesen! 

4/5 
 

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