Sonntag, 3. Juni 2018

Rezension "Nicht weg und nicht da"

Titel: Nicht weg und nicht da
Autorin: Anne Freytag 
Preis: 16,00 Euro
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 400 Seiten

Inhalt: Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken ...
Fazit: Das Cover dieses Buches gefällt mir wirklich unheimlich gut. Alle, die mich schon länger kennen, wissen, dass ich schlichte Cover mit dem gewissen Extra liebe. Die dunkelblaue Farbe gefällt mir und die kleinen Zeichnungen und Sterne sind einfach fantastisch. Die einzelnen Kapitel haben ebenfalls oft Zeichnungen am Anfang, die ich sehr süß fand und die einfach ins Gesamtbild passen.
Die Charaktere waren unglaublich einnehmend. Luise ist trotz des schweren Schicksalsschlages, der sie getroffen hat, doch ein wirklich offener und liebevoller Mensch. Auch wenn sie sich am liebsten zurückziehen würde und mit niemandem mehr reden möchte, schafft sie es trotzdem ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen und dabei auch die, die wirklich hässlich in ihren Augen sind. Wut und Hass liegen eben oft nah bei der Trauer. 
Jacob ist meiner Meinung nach der Typ Junge, der frei erfunden ist, weil er einfach so... perfekt scheint. Ich meine, klar hat er eine dunkle Vergangenheit, aber er macht irgendwie immer das Richtige. Und gerade deshalb, liebe ich ihn natürlich. Immerhin darf es wohl wenigstens in Büchern erlaubt sein, perfekte Charaktere zu schaffen. Sein Bruder Arthur und dessen Freundin Julia fand ich ebenfalls sehr sympathisch, da sie genau das waren, was Luise brauchte.
Was Kristopher betrifft hatte ich gemischte Gefühle. Ich habe ihn zwischendurch gehasst, für das was er Luise antut. Aber andererseits kann ich ihn auch verstehen, angesichts seiner Krankheit und was er nach seinem Tod getan hat, war wundervoll von ihm.
Die Story war insgesamt sehr emotional und bewegend. Ich habe tatsächlich, während ich gelesen habe, keine einzige Träne vergossen. Ich war einfach zu schockiert, verliebt und gebannt. 
In dem Moment, wo ich das Buch zu geklappt habe, war bei mir dann alles vorbei. Ich habe geweint und geweint und konnte nicht fassen, was da über mich hereingebrochen ist. Ich meine, bei all den Terroranschlägen da draußen und der Gewalt, die herrscht, denkt doch jeder mal drüber nach, was wäre wenn? 
So eine Kugel, eine Bombe, ein Messer kann üble Kreise ziehen. Kristopher ist letztendlich seiner Krankheit entflohen, aber neben den eigenen Dämonen gibt es unzählige weitere da draußen. 
Luise glaubt vielleicht nicht an carpe diem, aber ich halte mich daran. Ich lerne trotzdem, gehe meinen Pflichten nach, aber die kleinen Dinge zu genießen und öfter "Ich habe dich lieb" zu sagen, geht trotzdem. 
Also, ich bedanke mich bei Ihnen, Frau Freytag. Für dieses wunderschöne Buch, dass einen über den Tellerrand schauen lässt.
Und euch, meine Lieben, wünsche ich alles Glück der Welt, damit ihr niemals in diese Situation kommt. 

5/5

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